Was sind Zirkonimplantate und wie unterscheiden sie sich von Titanimplantaten?
Ein Zirkonimplantat besteht aus einer Keramik auf Zirkonoxidbasis und erfüllt dieselbe Aufgabe wie ein Titanimplantat: Es ersetzt die Zahnwurzel und verwächst mit dem Knochen. Titan und seine Legierungen bleiben die am häufigsten verwendeten Implantatwerkstoffe. Als wesentlichen Nachteil von Titan nennt die Übersicht von Mohseni et al. (2023) die dunkelgraue Farbe, die häufig durch die Schleimhaut um das Implantat schimmert und bei dünnem Zahnfleisch das ästhetische Ergebnis beeinträchtigt.
Keramik auf Zirkonoxidbasis hat nicht die dunkle Farbe von Titan. Keramikimplantate werden daher vor allem aus ästhetischen Gründen erwogen oder auf Wunsch von Menschen, die einen Implantatkörper aus Metall vermeiden möchten. Die Werkstoffwahl ist jedoch Teil der Behandlungsplanung und keine reine Geschmacksfrage, denn beide Varianten haben unterschiedliche Möglichkeiten und Grenzen.
Ein Zirkonimplantat ist nicht mit einer Zirkonkrone auf einem Implantat zu verwechseln. Die Krone ist der sichtbare Teil des Zahns und kann auf einem Titanimplantat befestigt werden. In der Übersicht von Pjetursson et al. (2018) betrug die Überlebensrate implantatgetragener Zirkonkronen nach 5 Jahren 97,6%, die von Metallkeramikkronen 98,3%.
Was sagen Studien zur Haltbarkeit von Zirkonimplantaten?
Heute erhältliche Zirkonimplantate zeigen in Studien hohe Überlebensraten, haben aber eine kürzere klinische Geschichte als Titanimplantate. Die Metaanalyse von Roehling et al. aus dem Jahr 2023 (6 Studien, 277 Implantate, 221 Patienten) ergab nach 5 Jahren eine Überlebensrate von 97,2% und einen mittleren Knochenverlust um das Implantat von 1,1 mm.
Die Übersicht von Mohseni et al. aus dem Jahr 2023 (25 Studien, 4 017 Implantate) schätzte die kumulative Überlebensrate nach 10 Jahren auf 95,1%. Allerdings dauerten nur 7 Studien länger als 60 Monate. Von 172 verlorenen Implantaten waren 26 gebrochen, vor allem Implantate mit geringem Durchmesser. Fast alle Brüche betrafen inzwischen vom Markt genommene Modelle.
Zum Vergleich: Eine Metaanalyse zu Titanimplantaten (Howe et al., 2019, 18 Studien) ergab nach 10 Jahren eine Überlebensrate von 96,4%. Die Übersicht von Moraschini et al. (2015, 23 Studien, 7 711 Implantate) berichtete eine mittlere Überlebensrate von 94,6% bei durchschnittlich 13,4 Jahren Nachbeobachtung. Frühe Generationen von Zirkonimplantaten schnitten schwächer ab: Eine Metaanalyse von 2018 zeigte signifikant höhere Überlebensraten für im Handel erhältliche Implantate als für nicht im Handel erhältliche Modelle.
In derselben Metaanalyse von 2018 (Roehling et al., 18 Studien) traten bei im Handel erhältlichen Zirkonimplantaten technische Komplikationen in 1,6%, Implantatbrüche in 0,2% und biologische Komplikationen in 4,2% der Fälle auf. Die Nachbeobachtung betrug 12 bis etwa 61 Monate. Die Autoren betonten, dass Langzeitdaten zur Bestätigung dieser vielversprechenden Ergebnisse nötig sind.
Zirkonimplantate und Titanimplantate im direkten Vergleich
Zirkonimplantate und Titanimplantate erzielen in kurzen randomisierten Studien ähnliche Ergebnisse. Es gibt allerdings nur wenige solcher Studien mit kleinen Patientenzahlen. Bei de Beus et al. (2024) war die Veränderung des Knochenniveaus nach einem Jahr bei 50 Personen mit fehlendem Oberkieferprämolaren ähnlich. Koller et al. (2020) fanden nach 80 Monaten bei einer Stichprobe von 31 Implantaten keine signifikanten Unterschiede.
Beide Studien untersuchten Einzelzähne: Bei de Beus et al. wurden die Implantate nach 3 Monaten mit einer Lithiumdisilikatkrone belastet, bei Koller et al. kamen Vollkeramikkronen zum Einsatz. Für Brücken auf Zirkonimplantaten gibt es wenig Daten. Die Übersicht von ArRejaie et al. (2019) zu einteiligen Implantaten umfasste insgesamt 6 klinische Studien.
| Kriterium | Titanimplantat | Zirkonimplantat |
|---|---|---|
| Werkstoff | Titan oder Titanlegierung | Keramik auf Zirkonoxidbasis |
| Farbe | Dunkelgrau, kann durch dünnes Zahnfleisch schimmern | Helle Keramik |
| Überlebensraten in Metaanalysen | 96,4% nach 10 Jahren (18 Studien) | 97,2% nach 5 Jahren (6 Studien), geschätzt 95,1% nach 10 Jahren |
| Beobachtungsdauer | Zahlreiche Studien über mehr als 10 Jahre | Wenige Studien über mehr als 5 Jahre |
| Aufbau | Meist Implantat und separates, verschraubtes Abutment | Häufig einteilig, Abutment ist Teil des Implantats |
| Änderung des Abutmentwinkels | Möglich, Abutments mit verschiedenen Winkeln | Bei einteiligen Modellen nicht möglich |
| Allergierisiko | Selten, 0,6% in einer Studie mit 1 500 Patienten | Keramikkörper; manche zweiteiligen Systeme haben eine Metallschraube |
Ist eine Titanallergie ein Grund für ein Zirkonimplantat?
Eine Titanallergie ist selten, und ihre klinische Bedeutung ist nicht eindeutig geklärt. In der Studie von Sicilia et al. (2008) mit 1 500 Implantatpatienten hatten 9 Personen, also 0,6%, einen positiven Titantest, vor allem Patienten mit Beschwerden, die nach dem Eingriff eine Allergie vermuten ließen.
Die systematische Übersicht von Javed et al. (2013) kam zu dem Schluss, dass Titan als Ursache allergischer Reaktionen bei Implantatpatienten weiterhin nicht nachgewiesen ist. Müller-Heupt et al. (2022) bewerteten Haut- und Labortests auf Titanüberempfindlichkeit als uneinheitlich und brachten die Reaktionen eher mit einer Entzündungsantwort auf kleine Titanpartikel als mit einer klassischen Allergie in Verbindung.
Zu den in Studien mit Titanüberempfindlichkeit in Verbindung gebrachten Beschwerden gehören vor allem entzündliche Hautveränderungen und Zahnfleischwucherungen. Ein einzelner Fallbericht beschreibt eine Schwellung im Kinn- und Lippenbereich mit geröteter Schleimhaut (Javed et al., 2013). Solche Beschwerden können jedoch viele andere Ursachen haben und müssen deshalb ärztlich beurteilt werden.
Der Review von Restelli et al. aus dem Jahr 2026 sammelte Berichte über lediglich 21 Patienten; in 17 Fällen wurde das Implantat entfernt. Die Autoren stuften Überempfindlichkeit als selten, aber klinisch relevant ein. Wenn bei Ihnen eine Metallallergie dokumentiert ist, sprechen Sie dies bei der Beratung an: Die Werkstoffwahl muss dann gesondert besprochen werden, gegebenenfalls auch mit einem Allergologen.
Was bedeutet „Implantate ohne Schrauben“?
Die Bezeichnung „Implantate ohne Schrauben“ ist kein medizinischer Fachbegriff und kann in Leistungsbeschreibungen Verschiedenes bedeuten. Fragen Sie deshalb nach, was im konkreten Behandlungsvorschlag damit gemeint ist. Meist geht es um den Aufbau des Implantats oder die Befestigung der Krone.
Einteilige Implantate wurden so entwickelt, dass das durch das Zahnfleisch reichende Abutment ein fester Bestandteil des Implantats ist (Mohseni et al., 2023). Es gibt daher keine Verbindungsschraube zwischen Implantat und Abutment. Dafür lässt sich der Teil oberhalb des Zahnfleischs nicht gegen ein Abutment mit anderem Winkel austauschen.
Eine Implantatkrone kann verschraubt oder auf dem Abutment zementiert werden. Die Übersicht von Sailer et al. (2012) zeigte keinen eindeutigen Vorteil einer der Methoden: Bei zementierten Kronen waren schwerwiegendere biologische Komplikationen häufiger, bei verschraubten technische Probleme. Letztere lassen sich dafür zur Reparatur leichter abnehmen.
Wann ist ein Zirkonimplantat möglicherweise keine geeignete Wahl?
Zirkonimplantate haben werkstoff- und bauartbedingte Grenzen, die der Zahnarzt bei der Planung berücksichtigt. Die Übersicht von ArRejaie et al. (2019) zu einteiligen Implantaten ließ offen, ob diese besser abschneiden als Titanimplantate oder zweiteilige Modelle.
- Geringer Implantatdurchmesser: In der Übersicht von Mohseni et al. betrafen die meisten Brüche schmale Implantate.
- Notwendiges Beschleifen oberhalb des Zahnfleischs: Implantate, deren koronaler Teil mit einem Bohrer bearbeitet wurde, hatten signifikant niedrigere Überlebensraten.
- Erforderliche Änderung des Abutmentwinkels, die ein einteiliges Implantat nicht ermöglicht.
- Wunsch nach langfristigen klinischen Daten: Die Autoren der Metaanalysen betonen den Bedarf an weiteren randomisierten Studien zum Vergleich beider Werkstoffe.
Welche Fragen sind vor der Wahl des Implantatwerkstoffs sinnvoll?
Der Zahnarzt wählt den Implantatwerkstoff nach Untersuchung und DVT (CBCT) aus. Dabei berücksichtigt er die Position im Zahnbogen, das Knochenangebot, den geplanten Zahnersatz und den Gesundheitszustand. Besprochen werden sollte auch, wie lange der jeweilige Implantattyp untersucht wurde und wie prothetische Teile später gegebenenfalls repariert werden können.
- Aus welchem Werkstoff besteht das Implantat, und ist es einteilig oder zweiteilig?
- Wie lange wurde dieser Implantattyp klinisch nachbeobachtet?
- Wird die Krone verschraubt oder zementiert, und wie lässt sie sich reparieren?
- Was umfasst der Preis: Implantat, Abutment, Krone und Kontrolltermine?
- Welche Möglichkeiten gibt es bei einer dokumentierten Metallallergie?
So wird das Implantat bei DentalBlue ausgewählt
In der Leistungsbeschreibung von DentalBlue umfasst die Implantologie Titanimplantate, die anhand einer DVT (CBCT) aus der eigenen Röntgenabteilung der Klinik geplant werden. Implantattyp und Zahnersatz legt der Zahnarzt bei der implantologischen Beratung nach Untersuchung und Beurteilung des Knochens fest. Eine dokumentierte Metallallergie sollten Sie vor der Planung angeben. In der Preisliste der Klinik kostet „Wszczepienie implantu“ (Implantation) 3 500 zł und „Korona cyrkonowa na implancie“ (Zirkonkrone auf einem Implantat) 3 500 zł. Den endgültigen Umfang und die Kosten legt der Zahnarzt bei der Beratung fest; die Preise können sich ändern.
Häufig gestellte Fragen
Sind Zirkonimplantate besser als Titanimplantate?
Das lässt sich aus den Studien nicht ableiten. Kurze randomisierte Studien zeigen ähnliche Ergebnisse für beide Werkstoffe, aber für Titanimplantate liegen wesentlich mehr Langzeitbeobachtungen vor. Zirkonoxid hat einen farblichen Vorteil, Titan eine längere klinische Geschichte.
Wie lässt sich eine Titanallergie feststellen?
Tests auf Titanüberempfindlichkeit liefern uneinheitliche Ergebnisse. Eine Übersicht von 2022 empfahl eine vorsichtige Interpretation. Wenn Sie nach Metallkontakt Hautreaktionen oder andere Beschwerden hatten, berichten Sie bei der Beratung davon; der Zahnarzt kann eine allergologische Abklärung empfehlen.
Kann ein Zirkonimplantat brechen?
Ja, allerdings selten. In einer Übersicht zu 4 017 Zirkonimplantaten brachen 26, vor allem solche mit geringem Durchmesser. Fast alle Brüche betrafen vom Markt genommene Modelle. In der Metaanalyse von 2018 lag die Bruchrate der im Handel erhältlichen Implantate bei 0,2%.
Ist eine Zirkonkrone auf einem Implantat dasselbe wie ein Zirkonimplantat?
Nein. Das Implantat ist der in den Knochen eingesetzte Teil, die Krone der sichtbare Teil des Zahns. Eine Zirkonkrone kann auf dem Abutment eines Titanimplantats befestigt werden. In einer Übersicht von 2018 hatten solche Kronen nach 5 Jahren eine Überlebensrate von 97,6%.
Übernimmt der NFZ Zirkonimplantate?
Nein. Implantate aus Titan und aus Zirkonoxid gehören nicht zu den vom NFZ, dem polnischen Nationalen Gesundheitsfonds, finanzierten Leistungen. Implantatbehandlungen müssen in Polen daher vollständig selbst bezahlt werden (Verordnung des Gesundheitsministeriums, t.j. Dz.U. 2025 poz. 615, Rechtsstand: 12. Oktober 2026).
Sieht das Zahnfleisch bei einem Zirkonimplantat anders aus als bei Titan?
Die Ergebnisse sind uneinheitlich. Bei de Beus et al. (2024) wurden Farbe und Struktur des Zahnfleischs bei Zirkonimplantaten besser bewertet, die Höhe des Zahnfleischrands hingegen bei Titanimplantaten. Koller et al. (2020) fanden nach 80 Monaten keine signifikanten Unterschiede beim Zahnfleischbluten oder bei der ästhetischen Bewertung.
Quellen
- Roehling S et al., Clin Oral Implants Res: Zirkonimplantate nach mindestens 5 Jahren, Metaanalyse (2023)
- Mohseni P et al., Clin Oral Investig: klinische Ergebnisse von Zirkonimplantaten, Metaanalyse (2023)
- Roehling S et al., Clin Oral Implants Res: Zirkonimplantate in klinischen Studien, Metaanalyse (2018)
- de Beus JHW et al., Clin Oral Implants Res: Zirkon- und Titanimplantate, randomisierte Studie (2024)
- Sicilia A et al., Clin Oral Implants Res: Titanallergie bei 1 500 Implantatpatienten (2008)
- Müller-Heupt LK et al., Int J Implant Dent: Tests auf Titanüberempfindlichkeit, Übersicht (2022)
- Howe MS et al., J Dent: Implantatüberleben nach 10 Jahren, Metaanalyse (2019)
- Sailer I et al., Clin Oral Implants Res: zementierte und verschraubte Implantatkronen, Übersicht (2012)
Ein Artikel zur Information. Er ersetzt keine Beratung. Behandlungsentscheidungen werden bei einem Termin getroffen.




