Welche Zahnspangen-Arten gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man feste Zahnspangen, die während der gesamten Behandlung auf den Zähnen befestigt bleiben, und herausnehmbare Geräte. Zu den herausnehmbaren Geräten zählt die British Orthodontic Society (BOS) sowohl einfache Platten als auch funktionskieferorthopädische Geräte und Aligner.
Eine feste Zahnspange besteht aus aufgeklebten Brackets und einem Bogen, also einem Draht, der durch sie verläuft und die Zähne bewegt. Feste Spangen unterscheiden sich im Bracketmaterial (Stahl, Keramik, Saphir), in der Bogenbefestigung (Gummiringe oder eine Klappe bei selbstligierenden Brackets) und in der Zahnseite, auf der sie befestigt sind: zur Lippe oder zur Zunge hin.
Als ästhetische Zahnspangen bezeichnet man umgangssprachlich Lösungen, die weniger auffallen als Metallspangen: Keramik- und Saphirbrackets, Lingualspangen und Aligner. Die BOS ergänzt, dass bei Keramikbrackets auch der Bogen zahnfarben sein kann.
Zahnspangen-Arten: Vergleich in der Tabelle
Die Tabelle vergleicht das Aussehen, die wichtigsten Vor- und Nachteile sowie die Aussagen von Studien oder der BOS zu jeder Zahnspangen-Art. Einzelheiten und Quellen erläutern die folgenden Abschnitte. Die Auswahl trifft der Kieferorthopäde nach der Diagnostik.
| Zahnspangen-Art | Aussehen | Vor- und Nachteile | Aussagen der Forschung |
|---|---|---|---|
| Metall | Stahlbrackets und Bogen auf der Vorderseite der Zähne | Am häufigsten verwendet; sichtbar, verursacht Bildstörungen im Kopf-MRT | Referenz in Vergleichsstudien |
| Keramik | Brackets aus harter, zahnfarbener Keramik | Weniger sichtbar; bruchanfälliger, kann sich verfärben, teurer | BOS: kann ebenso wirksam sein wie Metall |
| Saphir | Durchsichtige Brackets aus einem einzelnen Aluminiumoxidkristall | Transparenter als übliche Keramik; wie jede Keramik spröde | Wird mit Keramik behandelt, keine gesonderten BOS-Empfehlungen |
| Selbstligierend | Brackets mit einer Klappe, die den Bogen ohne Gummiringe hält | Schnellerer Bogenwechsel beim Termin | Übersichten: weder kürzere Behandlung noch weniger Schmerzen |
| Lingual | Brackets auf der Zungenseite, von außen unsichtbar | Sprechen und Reinigen schwieriger, Zunge mitunter schmerzhaft, höhere Kosten | Evidenz niedriger Qualität, mehr Beschwerden zu Beginn |
| Herausnehmbar und funktionskieferorthopädisch | Herausnehmbare Platte oder Gerät, das auf beide Zahnbögen wirkt | Vor allem für Kinder im Wachstum; wirkt nur beim Tragen | Cochrane: frühe funktionskieferorthopädische Behandlung vermindert Schneidezahnverletzungen |
| Aligner | Durchsichtige Schienen, meist wöchentlich gewechselt | Zum Essen herausnehmbar; 22 Stunden täglich zu tragen | Übersicht von Übersichten: geeignet bei leichten und mittelschweren Fehlstellungen |
Metall- oder Keramikzahnspange: Wo liegen die Unterschiede?
Metall- und Keramikzahnspangen bewegen Zähne auf dieselbe Weise; sie unterscheiden sich im Bracketmaterial. Laut BOS sind Edelstahlbrackets die häufigste Form fester Spangen. Keramikbrackets können nach ihrer Darstellung Zähne ebenso wirksam bewegen.
Keramikbrackets haben jedoch Nachteile. Laut BOS brechen sie leichter als Metallbrackets und können sich mit der Zeit durch Lebensmittel verfärben. Der Bogen gleitet mit größerem Widerstand durch sie, sodass die Behandlung länger dauern kann. Die Gesamtkosten einer Keramikspange bezeichnet die BOS als deutlich höher.
Die BOS weist auch darauf hin, dass bei einem tiefen Biss mitunter von Keramikbrackets an den unteren Zähnen abgeraten wird: Das harte Material kann die gegenüberliegenden Zähne schädigen. Ihre Entfernung ist etwas schwieriger als bei Metallbrackets, verursacht aber in den meisten Fällen keine Schäden an gesunden Zähnen.
Der Unterschied ist auch bei einer Magnetresonanztomographie relevant. Eine systematische Übersicht über 18 Studien (Dobai et al., 2022) zeigte klinisch relevante Bildstörungen im Kopfbereich durch Edelstahlbrackets und -bögen, nicht jedoch durch Keramik- oder Kunststoffbrackets. Erwärmung und Ablösung von Teilen der Spange während der Untersuchung stellten keine Gefahr dar.
Was sind Saphirbrackets und wie unterscheiden sie sich von Keramikbrackets?
Saphirbrackets sind eine Variante der Keramikbrackets: Sie bestehen aus einem einzelnen Aluminiumoxidkristall statt aus gesinterten kleinen Körnern. Schon 1988 beschrieb Swartz im „Journal of Clinical Orthodontics“, dass Keramikbrackets aus Aluminiumoxid gefertigt werden und einkristalline Brackets deutlich transparenter sind als polykristalline.
Dieselbe Arbeit erinnert daran, dass Keramik von Natur aus spröde ist. Saphirbrackets teilen daher die meisten Vor- und Nachteile mit Keramikbrackets. In ihren Patienteninformationen führt die BOS sie nicht als eigene Gruppe, sondern behandelt sie gemeinsam mit Keramikbrackets.
In der Praxis betrifft die Wahl zwischen Saphirbrackets und herkömmlicher Keramik vor allem das Aussehen. Wirkprinzip, Kontrolltermine und Retention nach der Behandlung entsprechen denen jeder festen Zahnspange.
Behandeln selbstligierende Zahnspangen schneller und mit weniger Schmerzen?
Selbstligierende Zahnspangen behandeln weder schneller noch mit weniger Schmerzen als klassische feste Zahnspangen: Das zeigen Studienübersichten. Ihre Brackets haben eine eingebaute Klappe, die den Bogen anstelle von Gummiringen hält. Die BOS betont, dass es keine Belege für bessere Behandlungsergebnisse gibt, wohl aber für einen schnelleren Bogenwechsel.
Eine systematische Übersicht über 16 Studien (Chen et al., 2010) fand keine Unterschiede in der Behandlungsdauer oder der abschließenden Bisssituation. Bestätigte Vorteile waren lediglich eine kürzere Arbeitszeit am Behandlungsstuhl und eine um 1,5 Grad geringere Vorneigung der unteren Schneidezähne. Die Metaanalyse von Fleming und Johal (2010) zeigte bei den Schmerzen keinen Vorteil für eine Bracketart.
Eine neuere Metaanalyse von 30 randomisierten Studien und 9 Studien mit einem Vergleich zweier Methoden innerhalb desselben Mundes (Maizeray et al., 2021) fand bei der deutlichen Mehrheit der untersuchten Merkmale keine Unterschiede, einschließlich Behandlungsdauer und Terminzahl. Die Autoren fassten zusammen, dass die meisten Herstelleraussagen nicht bestätigt wurden.
Auch eine Cochrane-Übersicht von 2021 zur Behandlung von Engständen bei Kindern fand in einzelnen Studien keinen Unterschied im Abbau des Engstands zwischen selbstligierenden und klassischen Brackets.
Lingualzahnspangen: für wen und mit welchen Nachteilen?
Eine Lingualzahnspange wird auf die Innenseite der Zähne geklebt und ist von außen unsichtbar. Laut BOS lassen sich damit gute Ergebnisse erzielen. Mit der Unsichtbarkeit gehen jedoch anfängliche Beschwerden und höhere Kosten einher.
Eine Metaanalyse von 11 klinischen Studien mit 407 Patienten (Papageorgiou et al., 2016) zeigte bei Lingualspangen gegenüber auf der Lippenseite befestigten Spangen mehr Beschwerden im Mund sowie größere Schwierigkeiten beim Sprechen und Essen. Die Autoren stuften die Evidenzqualität als niedrig ein.
Eine Übersicht über 8 Studien (Ata-Ali et al., 2016) fand bei Lingualspangen deutlich häufiger Zungenschmerzen, Sprechschwierigkeiten und Probleme mit der Mundhygiene, jedoch keinen Unterschied im Kariesrisiko. Die BOS ergänzt, dass die Behandlung deutlich teurer ist, weil die Spange zusätzliche Laborarbeit und längere Termine erfordert.
Herausnehmbare Geräte, Funktionsgeräte und Aligner: wann statt Brackets?
Herausnehmbare Zahnspangen in Form einer Platte werden vor allem bei Kindern eingesetzt. Funktionskieferorthopädische Geräte, etwa Twin Block, wirken laut BOS gleichzeitig auf beide Zahnbögen und verändern den Biss. Beide wirken nur, wenn das Kind sie trägt.
Eine Cochrane-Übersicht von 2018 (27 Studien) zeigte bei Kindern mit vorstehenden oberen Schneidezähnen durch eine frühe funktionskieferorthopädische Behandlung weniger neue Verletzungen dieser Zähne (19% gegenüber 30%). Weitere Vorteile gegenüber einer einphasigen Behandlung im Jugendalter fanden sich nicht. Twin Block unterschied sich bei der Korrektur vorstehender Schneidezähne nicht von anderen Geräten.
Im regulären Leistungskatalog der Kinderkieferorthopädie finanziert der NFZ, der polnische Nationale Gesundheitsfonds, herausnehmbare Zahnspangen bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, feste Zahnspangen dagegen nicht. Feste Zahnspangen können in einem gesonderten Programm der kieferorthopädischen Versorgung von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen des Gesichtsschädels finanziert werden, sofern dessen Kriterien erfüllt sind (Rechtsstand: 24. Oktober 2026). Zu den Geräten im Wachstumsalter gehören auch Apparaturen zur Erweiterung des Oberkiefers, etwa Hyrax.
Aligner sind durchsichtige Schienen, die laut AAO mindestens 22 Stunden täglich getragen werden sollten. Eine Übersicht systematischer Übersichten von 2022 bewertete sie bei leichten und mittelschweren Fehlstellungen als wirksam. Ihre Wirkweise und Grenzen erläutert ein eigener Artikel über Aligner.
Wie wählen Sie die passende Zahnspangen-Art?
Die Wahl der Zahnspange richtet sich zunächst nach der Bissfehlstellung und dem Behandlungsplan, danach nach Aussehen und Budget. Vor der Entscheidung sollten Sie die folgenden Punkte mit dem Kieferorthopäden besprechen.
- Welche Fehlstellung behandelt werden muss und ob die gewählte Spange die erforderlichen Zahnbewegungen gut kontrolliert.
- Wie sehr die sichtbare Spange bei der Arbeit, in der Schule oder im Umgang mit anderen Menschen stört.
- Ob Sie die Bereiche um die Brackets ausreichend sauber halten können, besonders bei einer Lingualspange.
- Wie hoch die Gesamtkosten sind, da Keramikbrackets und Lingualspangen laut BOS teurer als Metallspangen sind.
- Ob Sie ein Kopf-MRT planen oder Kontaktsport betreiben, bei dem die BOS einen Schutz für die Spange empfiehlt.
- Ob Sie herausnehmbare Geräte oder Aligner so viele Stunden tragen können, wie der Plan es erfordert.
Welche Zahnspangen bietet die Kieferorthopädie bei DentalBlue an?
Die Kieferorthopädie von DentalBlue umfasst feste und herausnehmbare Zahnspangen sowie Clear Aligner. Sie werden digital auf Grundlage der kephalometrischen Analyse aus der eigenen Röntgenabteilung geplant. In der Preisliste der Klinik kostet „Aparat częściowy 2×4“ (Teilspange 2×4) 1 700 zł, „Aparat wyjmowany“ (herausnehmbare Zahnspange) 1 150 zł, „Twinblock“ (Twin-Block-Gerät) 1 500 zł und „Aparat Hyrax“ (Hyrax-Gerät) 1 500 zł.
Bei festen Zahnspangen kostet „Wizyta kontrolna przy 1 łuku metalowym“ (Kontrolle bei einem Metallbogen) 270 zł und „Wizyta kontrolna przy 2 łukach metalowych“ (Kontrolle bei zwei Metallbögen) 350 zł. Den endgültigen Umfang und die Kosten legt die kieferorthopädische Beratung fest, die 300 zł kostet. Die Preise können sich ändern.
Häufig gestellte Fragen
Welche Zahnspange ist am wenigsten sichtbar?
Von außen unsichtbar ist die auf der Zungenseite befestigte Lingualspange. Die AAO beschreibt Aligner als nahezu unsichtbare Schienen. Unter den Brackets auf der Lippenseite sind Saphirbrackets transparenter als polykristalline Keramikbrackets. Für jede dieser Lösungen gelten die in der Tabelle genannten Einschränkungen.
Ist mit einer Metallzahnspange ein MRT möglich?
Meist ja, doch Sie müssen die Radiologie vorher über die Spange informieren. Eine Übersicht über 18 Studien (Dobai et al., 2022) bewertete Erwärmung und Ablösung von Spangenteilen während der Untersuchung als ungefährlich. Stahlbrackets und -bögen störten jedoch die Kopfaufnahmen. Bei manchen Bögen schlagen die Autoren vor, sie zu entfernen oder die Schleimhaut abzudecken. Drahtretainer verursachten keine relevanten Bildstörungen.
Wozu dienen die bunten Gummiringe an den Brackets?
Die bunten Gummiringe sind kleine elastische Ringe, die laut BOS meist den Bogen in den Brackets halten. Bei selbstligierenden Brackets übernimmt das eine eingebaute Klappe. Die BOS weist darauf hin, dass einige Bracketarten nicht für solche Gummiringe vorgesehen sind.
Wie lange dauert eine Behandlung mit fester Zahnspange?
Laut BOS dauert eine Behandlung mit fester Zahnspange meist 18 bis 24 Monate; eine BOS-Broschüre nennt eine größere Spanne von 6 bis 30 Monaten. Eine Metaanalyse von 22 Studien (Tsichlaki et al., 2016) ermittelte durchschnittlich 19,9 Monate. Übersichten zu selbstligierenden Brackets zeigen, dass die Bracketart allein die Behandlung nicht verkürzt.
Kann eine feste Zahnspange nur einen Zahnbogen umfassen?
Ja, eine feste Spange kann einen Zahnbogen oder nur einen Teil der Zähne umfassen, etwa eine Teilspange 2×4. In einer Studie mit 170 Patienten (Scheurer et al., 1996) unterschied sich das Schmerzempfinden nicht zwischen einer 2×4-Spange, einer vollständigen Spange in einem Zahnbogen und Spangen in beiden Zahnbögen. Der Umfang ergibt sich aus Fehlstellung und Behandlungsplan.
Quellen
- British Orthodontic Society: Conventional Fixed Braces (2026)
- British Orthodontic Society: FAQs, häufige Patientenfragen (2026)
- Am J Orthod Dentofacial Orthop: Chen SS et al., selbstligierende Brackets, systematische Übersicht (2010)
- Angle Orthodontist: Fleming PS, Johal A, selbstligierende Brackets, systematische Übersicht (2010)
- International Orthodontics: Maizeray R et al., klassische und selbstligierende Brackets, Netzwerk-Metaanalyse (2021)
- European Journal of Oral Sciences: Papageorgiou SN et al., linguale und labiale Zahnspangen, Metaanalyse (2016)
- BMC Oral Health: Dobai A et al., Zahnspangen und Magnetresonanztomographie, systematische Übersicht (2022)
- Journal of Clinical Orthodontics: Swartz ML, Keramikbrackets (1988)
Ein Artikel zur Information. Er ersetzt keine Beratung. Behandlungsentscheidungen werden bei einem Termin getroffen.




