Woher kommt Zungenbrennen?
Beim Zungenbrennen gibt es zwei Hauptgruppen von Ursachen: nachweisbare und behandelbare Erkrankungen und Faktoren sowie das primäre Burning-Mouth-Syndrom, das diagnostiziert wird, wenn keine solche Ursache vorliegt. Das US-Institut NIDCR betont, dass der Mund häufig unauffällig aussieht. Deshalb schließt der Zahnarzt oder Arzt zunächst andere Ursachen aus.
Als sekundäre Ursachen nennt das NIDCR Mundtrockenheit durch Medikamente, beim Sjögren-Syndrom oder nach Strahlentherapie, Infektionen wie Hefepilzinfektionen, Gewohnheiten wie übermäßige Zungenbewegungen, Allergien gegen Dentalmaterialien (meist Metalle), Mundpflegeprodukte oder Lebensmittel, Reflux, Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Blutdruckmedikamente sowie B-Vitamin- und Eisenmangel.
Auch Angst, gedrückte Stimmung und Stress können das Brennen auslösen oder verstärken; das NIDCR führt sie in derselben Liste auf. Wird eine sekundäre Ursache erkannt und beseitigt, können die Beschwerden verschwinden, worauf das MSD Manual hinweist.
Zungenbrennen: mögliche Ursachen, Hinweise und Untersuchungen
Die Tabelle stellt den sekundären Ursachen aus den Angaben des NIDCR, des MSD Manual und der ICHD-3-Klassifikation Untersuchungen gegenüber, die sie bestätigen oder ausschließen helfen. Welche Untersuchungen nötig sind, entscheidet der Zahnarzt oder Arzt nach Anamnese und Untersuchung des Mundes.
| Mögliche Ursache | Hinweis | Untersuchung |
|---|---|---|
| Pilzinfektion im Mund | Rötung, weiße Beläge, Prothese, Asthmainhalator | Untersuchung des Mundes, Candida-Abstrich |
| Mangel an Vitamin B12, Folsäure, Eisen oder Zink | Manchmal auch Zungenentzündung oder Mundwinkelrhagaden | Blutbild, Ferritin, Vitamin B12, Folsäure, Zink |
| Diabetes | Mundtrockenheit, häufiges Wasserlassen | Blutzucker |
| Schilddrüsenerkrankungen | Bekannte Schilddrüsenunterfunktion oder entsprechende Symptome | Ärztlich veranlasste Blutuntersuchungen |
| Mundtrockenheit, Sjögren-Syndrom | Schluckprobleme bei trockener Nahrung, trockene Augen | Messung des Speichelflusses |
| Gastroösophagealer Reflux | Sodbrennen, saurer Geschmack im Mund | Hausärztliche Beurteilung |
| Medikamente | Brennen nach Beginn eines neuen Medikaments | Medikamentenprüfung mit dem Arzt |
| Allergie oder Reizung | Symptome nach neuer Zahnpasta, Spülung, Nahrung oder Versorgung | Allergietests, Absetzen des Produkts |
| Bewegungsgewohnheiten von Zunge und Kiefer | Zungenpressen gegen die Zähne, Pressen oder Knirschen | Zahnärztliche Untersuchung |
| Lichen planus, Landkartenzunge | Sichtbare Schleimhautveränderungen | Untersuchung des Mundes, manchmal Biopsie |
Wann wird ein Burning-Mouth-Syndrom diagnostiziert?
Das Burning-Mouth-Syndrom (früher Stomatodynie, bei ausschließlichem Zungenbefall Glossodynie) ist laut internationaler ICHD-3-Klassifikation ein Brennen oder eine unangenehme Empfindung im Mund, die länger als 3 Monate täglich für mehr als 2 Stunden auftritt, ohne erklärende sichtbare Veränderung. Die Schleimhaut sieht normal aus, und die Untersuchung einschließlich der Sensibilitätsprüfung zeigt keine Auffälligkeiten.
Das Brennen ist meist beidseitig, betrifft am häufigsten die Zungenspitze und schwankt in seiner Stärke. Subjektive Mundtrockenheit, unangenehme Empfindungen und Geschmacksveränderungen können hinzukommen. Laut NIDCR sind die Schmerzen bei manchen morgens schwächer und nehmen im Tagesverlauf zu; Essen und Trinken verschaffen oft kurzzeitig Erleichterung.
Das Burning-Mouth-Syndrom ist eine Ausschlussdiagnose und erfordert deshalb Geduld und manchmal mehrere Termine. Das MSD Manual merkt an, dass es selten vor dem 30. Lebensjahr beginnt. Laut ICHD-3 zeigten Laboruntersuchungen und bildgebende Untersuchungen des Gehirns bei Betroffenen Veränderungen im zentralen und peripheren Nervensystem.
Brennen an Zunge und Gaumen: Wen betrifft es am häufigsten?
Brennen an Zunge und Gaumen beim Burning-Mouth-Syndrom betrifft am häufigsten Frauen über 50 Jahre. Die Metaanalyse von Wu et al. aus dem Jahr 2022 (18 Studien) nennt eine Häufigkeit von 1,73 % in der Allgemeinbevölkerung und 7,72 % bei Patienten medizinischer Einrichtungen. Die Werte waren bei Frauen höher als bei Männern (1,15 % gegenüber 0,38 %) und bei über 50-Jährigen höher (3,31 % gegenüber 1,92 %).
Die Cochrane-Übersicht von 2016 nennt für die Allgemeinbevölkerung je nach Studie eine Häufigkeit zwischen 0,1 und 3,9 %. Laut NIDCR betrifft der Schmerz meist die Zunge, kann aber auch Lippen, Gaumen oder den gesamten Mund erfassen. Die Beschwerden dauern Monate oder Jahre.
Zungenbrennen, Stress und Wechseljahre: Welcher Zusammenhang besteht?
Zungenbrennen betrifft häufiger Frauen während und nach den Wechseljahren; die ICHD-3-Klassifikation weist auf die hohe Häufigkeit des Syndroms bei Frauen nach der Menopause hin. Dieselbe Klassifikation nennt Studien, die begleitende psychosoziale und psychische Störungen beschreiben.
Die Übersicht von Qaderi et al. aus dem Jahr 2026 (22 Studien) brachte das Syndrom mit weiblichem Geschlecht, Menopause, Schilddrüsenunterfunktion, langfristiger Medikamenteneinnahme und höherem Alter sowie mit Depression, Angst, belastenden Ereignissen und schlechtem Schlaf in Verbindung. Die Autoren betonen, dass keiner dieser Faktoren als alleinige Ursache gelten kann.
Ein Zusammenhang mit Stress bedeutet nicht, dass das Brennen eingebildet ist: Das MSD Manual betrachtet das Syndrom als wahrscheinlich neuropathische Störung der für Schmerz und Geschmack zuständigen Nerven. Ein Patientenmerkblatt des Universitätsklinikums Cambridge erklärt, dass eine Hormonersatztherapie die Beschwerden nicht bessert und die Gewissheit, dass keine schwere Erkrankung vorliegt, oft hilft.
Was prüft der Zahnarzt und welche Untersuchungen veranlasst der Arzt?
Bei Zungenbrennen untersucht der Zahnarzt Schleimhaut, Zähne, Zahnfleisch und Prothesen, sucht nach Infektionen und Reizungen und fragt nach Gewohnheiten wie Zungenpressen gegen die Zähne oder Zähnepressen. Laut NIDCR überweist er bei Bedarf an Fachleute für Oralchirurgie oder orale Medizin oder an einen HNO-Arzt.
Weitere Untersuchungen umfassen laut NIDCR Blutuntersuchungen, Abstriche aus dem Mund, Allergietests, Speichelflussmessung und Bildgebung. In einer kroatischen Studie mit 150 Personen mit Brennen bei unauffälliger Schleimhaut wurden unter anderem Candida-Abstriche, Speichelflussmessungen, Blutbild, Ferritin, Blutzucker und Antikörper gegen Helicobacter pylori untersucht (Brailo et al., 2006).
Blutuntersuchungen kann der Hausarzt veranlassen, der auch die Schilddrüse, Refluxsymptome und die Medikamentenliste beurteilt. Bereiten Sie die folgenden Angaben für den Termin vor.
- Eine Liste aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, auch erst kürzlich begonnener.
- Wann das Brennen begonnen hat und ob es sich im Tagesverlauf verändert.
- Vorhandene Ergebnisse der letzten Blutuntersuchungen.
- Neue Zahnpasten, Mundspülungen, Prothesen oder Füllungen aus den letzten Monaten.
Wie wird das Burning-Mouth-Syndrom behandelt und was sagen Studien?
Sekundäres Brennen wird durch Beseitigung der Ursache behandelt, etwa einer Pilzinfektion, eines bestätigten Mangels oder einer reizenden Prothese. Beim primären Syndrom soll die Behandlung Symptome lindern. Das MSD Manual nennt kognitive Verhaltenstherapie, systemisch oder örtlich angewendete Medikamente mit Wirkung auf das Nervensystem, ein antioxidatives Nahrungsergänzungsmittel, örtliche Präparate und niedrigenergetische Lasertherapie.
Die Evidenz ist schwach. Die Cochrane-Übersicht von 2016 (23 randomisierte Studien, 1 121 Teilnehmer, 83 % Frauen) bewertete die Evidenz für alle Verfahren als sehr niedrig. Sie fand mögliche kurzfristige Vorteile durch elektromagnetische Strahlentherapie, örtlich angewendete Benzodiazepine, Zungenschutz und ein Antikonvulsivum sowie langfristige Vorteile unter anderem durch psychologische Therapie. Die Wirksamkeit keiner Methode ließ sich jedoch bestätigen oder ausschließen.
Der natürliche Verlauf kann lang sein. In einer italienischen Studie mit 53 Personen und einer mittleren Nachbeobachtung von 56 Monaten berichteten 3 % über ein vollständiges spontanes Verschwinden innerhalb von 5 Jahren und weniger als 30 % über eine mäßige Besserung (Sardella et al., 2006). Der Arzt wählt die Behandlung individuell und kombiniert häufig mehrere Verfahren.
Was hilft bei Zungenbrennen im Alltag?
Hausmittel heilen das Syndrom nicht, können aber die Beschwerden verringern. Das NIDCR empfiehlt die folgenden einfachen Schritte. Die Übersicht von Qaderi et al. weist darauf hin, dass Rauchen, Alkohol sowie saure, scharfe und stark gewürzte Speisen die Symptome verstärken.
- Trinken Sie kalte Getränke in kleinen Schlucken oder lutschen Sie Eiswürfel.
- Kauen Sie zuckerfreien Kaugummi.
- Meiden Sie heiße und scharfe Speisen sowie saure Früchte und Zitrussäfte.
- Verzichten Sie auf alkoholhaltige Mundspülungen.
- Rauchen Sie nicht und begrenzen Sie Alkohol.
- Notieren Sie, wann das Brennen stärker wird, und zeigen Sie die Notizen Ihrem Arzt.
So läuft es bei DentalBlue ab
Bei DentalBlue in Białystok untersucht der Arzt bei Zungenbrennen Schleimhaut, Zähne, Zahnfleisch und Prothesen und fragt nach Medikamenten und Allgemeinerkrankungen. „Wizyta bez bólu“ (Termin ohne Schmerzen) umfasst Panoramaaufnahme, Beratung, Untersuchung und schriftlichen Behandlungsplan (laut Preisliste 300 zł). Hängt das Brennen mit einer Prothese zusammen, gibt es die „Konsultacja protetyczna“ (prothetische Beratung) für 300 zł. Endgültiger Umfang und Kosten werden beim Termin festgelegt; Preise können sich ändern. Blutuntersuchungen und die Diagnostik von Allgemeinerkrankungen übernimmt der Haus- oder Facharzt.
Häufig gestellte Fragen
Kann Zungenbrennen ein Zeichen von Krebs sein?
Das Burning-Mouth-Syndrom selbst ist kein Krebs; es wird erst nach Ausschluss anderer Ursachen diagnostiziert. Ein Knoten oder ein unerklärter roter oder rot-weißer Fleck muss dringend zahnärztlich untersucht werden, ohne 3 Wochen abzuwarten. Ein unerklärtes Geschwür, das länger als 3 Wochen besteht, muss ebenfalls dringend abgeklärt werden; manchmal sind zusätzliche Untersuchungen nötig.
Kann Zungenbrennen von Zahnpasta kommen?
Ja. Das NIDCR nennt Allergien gegen Mundpflegeprodukte und Dentalmaterialien als Ursachen. Haben die Beschwerden nach einem Wechsel der Zahnpasta oder Mundspülung begonnen, verwenden Sie wieder das vorige Produkt und informieren Sie Ihren Zahnarzt. Bei Allergieverdacht kann der Arzt Tests veranlassen.
Helfen Vitamine gegen Zungenbrennen?
Nur wenn Untersuchungen einen Mangel bestätigen. Das Merkblatt aus Cambridge erklärt, dass Vitamine bei normalen Blutwerten nicht helfen. Die Cochrane-Übersicht von 2016 fand keine überzeugenden Belege für die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln beim Burning-Mouth-Syndrom.
Zu welchem Arzt sollte ich mit Zungenbrennen gehen?
Am einfachsten beginnen Sie beim Zahnarzt, der Mund und Prothesen untersucht, sowie beim Hausarzt, der Blutuntersuchungen veranlasst. Laut NIDCR kann der Zahnarzt an Fachleute für orale Medizin oder Oralchirurgie oder an einen HNO-Arzt überweisen.
Geht Zungenbrennen von selbst weg?
Sekundäres Brennen kann nach Beseitigung der Ursache verschwinden. Das Burning-Mouth-Syndrom dauert häufig Jahre: In einer italienischen Studie berichteten 3 % über vollständige spontane Beschwerdefreiheit innerhalb von 5 Jahren. Das MSD Manual weist aber darauf hin, dass Symptome spontan verschwinden können.
Quellen
- International Headache Society: ICHD-3, 13.11 Burning mouth syndrome (2018)
- NIDCR: Burning mouth syndrome (2026)
- MSD Manual Professional: Hennessy BJ, Burning mouth syndrome (2026)
- Oral Diseases: Wu S et al., weltweite Häufigkeit des Burning-Mouth-Syndroms, Metaanalyse (2022)
- Cochrane: McMillan R et al., Behandlung des Burning-Mouth-Syndroms (2016)
- BMC Oral Health: Qaderi K et al., Menopause und Burning-Mouth-Syndrom, Übersicht (2026)
- Oral Diseases: Sardella A et al., spontane Rückbildung des Burning-Mouth-Syndroms (2006)
- Cambridge University Hospitals NHS: Burning mouth syndrome, Patientenmerkblatt (2025)
Ein Artikel zur Information. Er ersetzt keine Beratung. Behandlungsentscheidungen werden bei einem Termin getroffen.




