Darf ein Zahnarzt eine Krankschreibung ausstellen?
Ja, ein Zahnarzt darf eine Krankschreibung ausstellen, in Polen umgangssprachlich L4 genannt. Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes vom 25. Juni 1999 über Geldleistungen aus der Sozialversicherung bei Krankheit und Mutterschaft (Krankengeldgesetz, konsolidierte Fassung Dz.U. 2026 poz. 854) nennt unter den Personen, die der ZUS, die polnische Sozialversicherungsanstalt, zur Ausstellung von Bescheinigungen über vorübergehende Arbeitsunfähigkeit ermächtigt, den Arzt, den Zahnarzt, den Feldscher und den Oberfeldscher.
Die Ermächtigung erteilt der ZUS per Bescheid, nachdem der Arzt erklärt hat, die Regeln für die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit einzuhalten. Das Gesetz macht diese Befugnis nicht davon abhängig, ob der Besuch über den NFZ, den polnischen Nationalen Gesundheitsfonds, oder privat stattfindet. Die Darstellung entspricht der Rechtslage vom 12. Oktober 2026.
Eine Krankschreibung vom Zahnarzt ist ein ebenso gültiger Nachweis der Arbeitsunfähigkeit wie eine Krankschreibung von einem Arzt einer anderen Fachrichtung: Für den Anspruch auf Leistungen zählt die nach Art. 55 des Gesetzes ausgestellte Bescheinigung, nicht die Fachrichtung des Ausstellers (Art. 53 Abs. 1).
Wie sieht eine e-ZLA vom Zahnarzt aus?
Eine Krankschreibung vom Zahnarzt ist wie jede andere elektronisch: Es ist eine e-ZLA, die im System des ZUS ausgestellt und vom Arzt elektronisch signiert wird (Art. 55 Abs. 1 und 2 des Krankengeldgesetzes). Der ZUS stellt sie dem Arbeitgeber spätestens am Tag nach dem Eingang in dessen Profil zur Verfügung, ohne Krankheitscode (Art. 58 Abs. 1).
Den Inhalt der Bescheinigung regelt Art. 55 Abs. 3, die Regeln für den Ausdruck und das Papierformular Art. 55a des Gesetzes. Für Patienten sind diese Angaben am wichtigsten:
- Der Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit, angegeben in Tagen.
- Der ärztliche Hinweis: „der Kranke soll liegen“ oder „der Kranke darf gehen“.
- Der Krankheitscode nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten, den der Arbeitgeber nicht sieht.
- Ein vom Arzt unterschriebener Ausdruck, ausgehändigt auf Wunsch des Patienten oder wenn der Arbeitgeber kein Profil beim ZUS hat.
- Ein Papierformular nur dann, wenn die elektronische Ausstellung unmöglich ist, zum Beispiel ohne Internetzugang.
Wann stellt der Zahnarzt eine Krankschreibung aus?
Der Zahnarzt stellt eine Krankschreibung aus, wenn er nach der Untersuchung feststellt, dass der Gesundheitszustand des Patienten ihm nicht erlaubt zu arbeiten. Die Feststellung erfolgt ausschließlich nach einer persönlichen Untersuchung (Art. 55 Abs. 4 des Gesetzes und § 6 der Verordnung des Ministers für Arbeit und Sozialpolitik vom 10. November 2015 über das Verfahren zur Feststellung der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit) und wird in der Krankenakte dokumentiert.
Bei der Feststellung berücksichtigt der Arzt alle für die Beurteilung des Gesundheitszustands wesentlichen Umstände, insbesondere Art und Bedingungen der Arbeit (§ 3 der Verordnung). Deshalb kann derselbe Eingriff bei jemandem, der körperlich arbeitet, eine Krankschreibung rechtfertigen, bei jemandem mit Schreibtischarbeit dagegen nicht.
Die Vorschriften beschränken den Zahnarzt nicht ausdrücklich auf zahnmedizinische Diagnosen, in der Praxis stellt er aber eine Arbeitsunfähigkeit fest, die auf einen Zustand zurückgeht, den er selbst untersucht hat und behandelt. Typische Situationen sind eine Zahnentfernung, besonders eine chirurgische, die Entfernung eines Weisheitszahns, ein implantologischer Eingriff, ein Abszess und eine Behandlung unter Vollnarkose.
Krankschreibung nach Zahnentfernung und Weisheitszahn-OP: wie viele Tage?
Keine Vorschrift legt fest, wie viele Tage Krankschreibung nach der Entfernung eines Zahns oder Weisheitszahns zustehen: Die Dauer ergibt sich aus der Untersuchung und daraus, wie lange der Patient der Arbeit fernbleiben sollte (§ 8 der Verordnung). Die Krankschreibung wird höchstens bis zu dem Tag ausgestellt, an dem eine weitere Untersuchung nötig ist.
Der britische öffentliche Gesundheitsdienst NHS gibt an, dass die meisten Menschen nach der Entfernung eines Weisheitszahns am nächsten Tag zu ihren gewohnten Tätigkeiten zurückkehren und nach einem schwierigen Eingriff oder einer Vollnarkose meist 1 bis 3 freie Tage brauchen. Schmerzen und Schwellung können bis zu 2 Wochen anhalten, lassen aber meist nach 1 bis 2 Tagen nach. Nach einer Vollnarkose empfiehlt der NHS, mindestens 24 Stunden lang nicht Auto zu fahren, keine Maschinen zu bedienen und keine wichtigen Entscheidungen zu treffen.
Die Tabelle beschreibt die übliche Praxis, keinen Anspruch. Ob eine Krankschreibung nötig ist und für wie viele Tage, entscheidet der Arzt nach der Untersuchung; im Einzelfall kann sie also kürzer, länger oder unnötig sein.
| Situation | Wie es meist aussieht | Wovon es abhängt |
|---|---|---|
| Kontrolle, professionelle Zahnreinigung, Füllung | Meist ohne Krankschreibung | Befinden nach dem Eingriff und ärztliche Beurteilung |
| Einfache Zahnentfernung | Oft Rückkehr zur Arbeit am nächsten Tag | Blutung, Schmerzen, Art der Arbeit |
| Weisheitszahnentfernung, chirurgische Extraktion | Nach schwierigem Eingriff meist 1 bis 3 Tage (NHS) | Umfang des Eingriffs, Schwellung, körperliche Belastung bei der Arbeit |
| Eingriff unter Vollnarkose | Mindestens 24 Stunden ohne Autofahren und Maschinen (NHS) | Empfehlungen des Anästhesisten und Art der Arbeit |
| Abszess mit Schwellung oder Fieber | Entscheidung nach der Untersuchung, manchmal einige Tage | Verlauf der Infektion und der Behandlung |
| Implantat oder Knochenaufbau | Entscheidung nach dem Eingriff | Umfang des Eingriffs und Art der Arbeit |
| Kind nach einem Eingriff unter Narkose | Mögliche Krankschreibung zur Betreuung für einen Elternteil | Alter des Kindes und wer es betreuen kann |
Kann der Zahnarzt rückwirkend oder auf Wunsch krankschreiben?
Der Zahnarzt kann höchstens 3 Tage vor der Untersuchung rückwirkend krankschreiben, und nur dann, wenn das Untersuchungsergebnis zeigt, dass der Patient in dieser Zeit zweifellos arbeitsunfähig war (§ 7 Abs. 3 der Verordnung). Einen längeren rückwirkenden Zeitraum erlauben die Vorschriften ausschließlich Psychiatern.
Meist beginnt die Krankschreibung am Tag der Untersuchung oder am folgenden Tag. Sie kann auch später beginnen, spätestens am 4. Tag nach der Untersuchung, wenn unmittelbar auf den Tag des Besuchs arbeitsfreie Tage folgen, etwa nach einem Eingriff am Freitag bei jemandem, der am Wochenende nicht arbeitet (§ 7 Abs. 1 und 2).
Eine Krankschreibung auf Wunsch gibt es nicht. Die Krankschreibung ist eine ärztliche Feststellung auf Grundlage einer Untersuchung, daher kann der Zahnarzt die Ausstellung ablehnen, wenn der Gesundheitszustand keine Arbeitsunfähigkeit begründet.
Kann der Zahnarzt eine Krankschreibung zur Betreuung eines Kindes ausstellen?
Ja, die Vorschriften erlauben dem Zahnarzt auch eine Krankschreibung zur Betreuung eines kranken Familienmitglieds, zum Beispiel eines Kindes nach einem Eingriff. Art. 54 Abs. 1 des Krankengeldgesetzes umfasst Bescheinigungen über die Notwendigkeit, ein krankes Familienmitglied persönlich zu betreuen; untersucht wird dann das Kind (Art. 55 Abs. 4).
Betreuungsgeld steht unter anderem für die Betreuung eines kranken Kindes bis zum vollendeten 14. Lebensjahr zu, insgesamt bis zu 60 Tage im Kalenderjahr (Art. 32 und 33). Es steht nicht zu, wenn im Haushalt ein anderes Familienmitglied lebt, das die Betreuung des Kindes übernehmen kann, außer bei der Betreuung eines kranken Kindes bis 2 Jahre (Art. 34).
Was ist während der Krankschreibung erlaubt und was nicht?
Während der Krankschreibung dürfen Sie keiner Erwerbsarbeit nachgehen und nichts tun, was dem Zweck der Krankschreibung widerspricht; sonst droht der Verlust des Krankengelds für den gesamten Zeitraum der Krankschreibung (Art. 17 Abs. 1 des Krankengeldgesetzes). Die Vorschrift stellt in ihrer aktuellen Fassung klar, dass Handlungen dem Zweck der Krankschreibung widersprechen, wenn sie die Behandlung oder Genesung erschweren oder verlängern.
Gewöhnliche Alltagstätigkeiten widersprechen dem Zweck der Krankschreibung nicht. Als Erwerbsarbeit gelten auch keine gelegentlichen Tätigkeiten, die wichtige Umstände erfordern, wobei eine Anweisung des Arbeitgebers kein solcher Umstand ist (Art. 17 Abs. 1a und 1b).
Der Hinweis „der Kranke darf gehen“ bedeutet keine Erlaubnis zu arbeiten oder sich so anzustrengen, dass die Heilung leidet. Nach einer Zahnentfernung oder einem chirurgischen Eingriff zählen auch die ärztlichen Empfehlungen zu körperlicher Anstrengung, Rauchen und Autofahren.
Bescheinigung vom Zahnarzt und Krankschreibung: worin liegt der Unterschied?
Eine Bescheinigung des Zahnarztes über den erfolgten Besuch und eine Krankschreibung sind zwei verschiedene Dokumente. Nachweis der Arbeitsunfähigkeit für den Anspruch auf Leistungen ist die nach Art. 55 des Krankengeldgesetzes ausgestellte ärztliche Bescheinigung, also die e-ZLA, oder ihr Ausdruck (Art. 53 Abs. 1).
Die Besuchsbescheinigung bestätigt nur, dass der Patient an einem bestimmten Tag in der Praxis war. Ob und wie sie eine Abwesenheit von der Arbeit entschuldigt, hängt vom Arbeitsrecht und von Absprachen mit dem Arbeitgeber ab; fragen Sie daher vor dem Besuch in der Personalabteilung nach.
So läuft es bei DentalBlue ab
Bei DentalBlue in Białystok werden die Eingriffe, nach denen am häufigsten über eine Krankschreibung gesprochen wird, also Zahnentfernungen einschließlich Weisheitszähnen sowie chirurgische und implantologische Eingriffe, unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. Einer Behandlung unter Vollnarkose geht eine kombinierte zahnärztliche und anästhesiologische Beratung voraus, und eine Anästhesiepflegekraft bleibt bis zum vollständigen Aufwachen beim Patienten. Wenn Sie nach dem Eingriff eine Krankschreibung für sich selbst oder zur Betreuung Ihres Kindes brauchen könnten, sagen Sie dies dem Arzt vor dem Eingriff; die Zahnärzte von DentalBlue stellen e-ZLA aus, und über die Krankschreibung und ihre Dauer entscheidet der Arzt nach der Untersuchung. Die Klinik ist werktags von 8:00 bis 20:00 und samstags von 8:00 bis 16:00 geöffnet.
Häufig gestellte Fragen
Sieht der Arbeitgeber den Grund einer Krankschreibung vom Zahnarzt?
Die Diagnose sieht er nicht. Der ZUS stellt dem Arbeitgeber die Krankschreibung ohne Krankheitscode zur Verfügung (Art. 58 Abs. 1 des Krankengeldgesetzes). Die Bescheinigung enthält jedoch die Daten des Ausstellers, einschließlich der Adresse des Behandlungsorts, sodass daraus hervorgehen kann, wo sie ausgestellt wurde.
Ist das Krankengeld nach einer Krankschreibung vom Zahnarzt niedriger?
Nein. Die Höhe des Krankengelds hängt nicht davon ab, wer die Krankschreibung ausgestellt hat. Grundsätzlich beträgt es 80 % der Bemessungsgrundlage und 100 % unter anderem dann, wenn die Arbeitsunfähigkeit in die Schwangerschaft fällt (Art. 11 des Krankengeldgesetzes).
Bekomme ich vom Zahnarzt einen Ausdruck der Krankschreibung?
Ja, wenn Sie darum bitten. Der Arzt übergibt einen unterschriebenen Ausdruck der e-ZLA auf Wunsch des Patienten und auch dann, wenn der Arbeitgeber kein Informationsprofil beim ZUS hat (Art. 55a Abs. 6 des Krankengeldgesetzes). Der Ausdruck enthält keinen Krankheitscode.
Muss ich während der Krankschreibung nach einer Weisheitszahn-OP liegen?
Nicht immer. Der Arzt vermerkt auf der Krankschreibung „der Kranke soll liegen“ oder „der Kranke darf gehen“, je nach Zustand nach dem Eingriff (Art. 55 Abs. 3). Unabhängig von diesem Hinweis dürfen Sie während der Krankschreibung keiner Erwerbsarbeit nachgehen und nichts tun, was die Heilung erschwert.
Quellen
- Dz.U. 2026 poz. 854: Ustawa o świadczeniach pieniężnych z ubezpieczenia społecznego w razie choroby i macierzyństwa, konsolidierte Fassung
- Dz.U. 2015 poz. 2013: Rozporządzenie MPiPS w sprawie trybu i sposobu orzekania o czasowej niezdolności do pracy
- NHS: Wisdom tooth removal, recovery (2024)
- NHS: General anaesthesia, after the procedure (2024)
Ein Artikel zur Information. Er ersetzt keine Beratung. Behandlungsentscheidungen werden bei einem Termin getroffen.




